Vortragsreihe der GGG

Aktuelle VortragsreiheChronik der Vorträge

Liebe Mitglieder, Besucher und Vortragende der Gießener Geographischen Gesellschaft (GGG),

 

Beginn des WiSe 2022/23 ist ab 17.10.2022
Herzlich Willkommen zu unseren neuen Vorträgen – wieder in Präsenz im Zeughaushörsaal, Senckenbergstraße 03
Ihre GGG

 

 

Aktuelle Vorträge
Datum und Uhrzeit : Mo, 24.10.2022, 18.15 Uhr

Ort : Hörsaal Zeughaus, Senckenbergstraße 3

Prof. Dr. Wolfgang Gieler, Dortmund

Ethnozentrismus und Entwicklungszusammenarbeit

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Das aktuelle Programm der GGG
finden sie hier

Datum und Uhrzeit : Mo. 24.10.2022
Ort : Hörsaal Zeughaus

 

– Prof. Dr. Wolfgang Gieler, Dortmund –

 

„Ethnozentrismus und Entwicklungszusammenarbeit

 

 

Der Vortrag bietet einen umfassenden Einblick kolonialer Denk- und Verhaltensmuster, die bis heute nachwirken. Erkennbar sind diese in der Wissenschaft und auch in der praktischen Entwicklungszusammenarbeit. Erforderlich wäre mehr Offenheit gegenüber anderen Verständnissen von Kultur und Wirtschaft. Analysiert werden unterschiedliche Auffassungen von Entwicklung, Mensch-Umwelt-Beziehungen und dem Erlangen von Wissen, die eine alternative Weltsicht zeigen und neue Perspektiven eröffnen. Nicht zuletzt die Folgen menschlichen Verhaltens auf das Klima und die natürliche Umwelt sowie auf damit zusammenhängende Migrationsbewegungen zeigen die Notwendigkeit, umzudenken und den westlichen Ethnozentrismus zu überwinden.
Die GGG freut sich, in einem Booklaunch, das neuveröffentlichte Werk Reguliertes Chaos – (Re-) Konstruktionen zum westlichen Ethnozentrismus von Wolfgang Gieler zu präsentieren. Erschienen bei der BpB (Bundeszentrale für politische Bildung), Bonn 2022.
Am 24.10.2022 wird der Autor Prof. Dr. Wolfgang Gieler (Professor für Interkulturelle und Internationale Studien an der Hankuk Universität Seoul/Korea) eine Einführung in die Thematik der Publikation geben und den Band im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit diskutieren.

 

 
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Datum und Uhrzeit : Mo. 07.11.2022, 18.15 Uhr
Ort : Hörsaal Zeughaus 

 

– Dr. Lameck Mwewa, Lusaka (Sambia) –

 

„Evolution of Land Tenure Regimes and it´s Impact on Rural Development in Post Colonial Zambia“

 

 

Der Vortrag in englischer Sprache bietet einen vertieften Einblick in die ländliche Entwicklung in Sambia. Dabei kommt der traditionellen, wie modernen Landwirtschaft, besondere Beachtung zu. Der Vortragende, ein Alumnus der Justus-Liebig-Universität (JLU), geht dabei insbesondere auch auf die kolonialen Überprägungen ein, widmet sein Hauptaugenmerk jedoch auf die aktuellen Entwicklungen der Landnutzungs- und Landvergabepolitik in Sambia. Als ehemaliger Kooperationsbeauftragter der Partnerschaft der JLU und der NUST (Namibia University for Science and Technology) kann er dabei sowohl auf eigene Feldforschungsergebnisse zu Energiepflanzen, als auch auf überregionale und interregionale Vergleichsstudien zurückgreifen.

 

 

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Datum und Uhrzeit : Mo, 21.11.2022, 18.15 Uhr
Ort : Hörsaal Zeughaus

 

– Till Arnold, B.Sc., Gießen –

 

„Wasserstreß im Geopark Vulkanregion Vogelsberg“

 

 

Dokumentarfilm „Der Vogelsberg – bedrohte Lebensquelle im Herzen Hessens“ von Till Arnold, B.Sc.

Die Vulkanregion Vogelsberg gehört zu den wasserreichsten Regionen in Hessen. Der besondere vulkanische Untergrund, welcher zum größten Teil aus Basalt und Ton besteht, sorgt für große Speicherkapazitäten und liefert weiches Trinkwasser in höchster Qualität. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde damit begonnen, das Wasser der Vulkanregion mittels Fernwasserleitungen überregional zu nutzen, was über die folgenden Jahrzehnte zu einem enormen Anstieg der jährlichen Gesamtfördermengen führte. In den 1980er Jahren erreichen die Mengen schließlich ihre Spitzenwerte, was zu erheblichen ökologischen Schäden führte. Proteste der Bevölkerung vor Ort waren die Folge. Nach wie vor ist die Region Vogelsberg die wichtigste Wasserquelle für Mittelhessen sowie für das Rhein-Main Gebiet. Zwar wurden die Fördermengen in den letzten dreißig Jahren deutlich reduziert, dennoch ist die Wassernutzung auf ein unnatürlich hohes Niveau gestiegen. Vor allem in Kombination mit dem voranschreitenden Klimawandel wird dies zukünftig immer wieder zu Problemen führen.

 

 

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Datum und Uhrzeit : Mo, 12.12.2022, 18.15 Uhr
Ort : Hörsaal Zeughaus, Senckenbergstraße 3

 

 

 

– Prof. Dr. Ulrich Scholz, Gießen –

 

„Auf den Schneebergen Afrikas. Kilimanjaro, Mt. Kenya, Ruwenzori

 

 

 

Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es nur drei Berge mit ganzjähriger Schneebedeckung und Vergletscherung: Kilimanjaro (5895m), Mt. Kenia (5199m) und das Ruwenzori-Gebirge (5109m). Alle drei befinden sich unweit des Äquators mit ausgeprägtem Tageszeitenklima, d.h. dem Fehlen jahreszeitlicher Temperaturschwankungen. Daraus resultiert eine einzigartige Höhenstufung der Vegetation, auch „afroalpine Vegetation“ genannt. Diese reicht von relativ trockenen Savannen in den umliegenden Tiefländern über die niederschlagsreiche Berg- und Nebelwaldstufe, gefolgt von der sog. „Paramo“-Stufe mit täglichem Frostwechsel, bis hin zur Schnee- und Gletscherstufe ab etwa 5000m. Der Referent hat alle drei Berge, z.T. mehrmals, bestiegen. Während die Besteigung des Kilimanjaro heute fast schon „zum guten Ton“ gehört, ist das vegetationsgeographisch besonders interessante Ruwenzorigebirge relativ schwer zugänglich und dessen Besteigung noch ein echtes Abenteuer. Es gilt als alpinistisch schwierigstes und konditionell anspruchsvollstes Hochgebirge Afrikas. Neben praktischen Tipps für Besteigungsinteressierte wird auch auf Gefahren, wie z.B. die Höhenkrankheit, eingegangen.

 

 

Programm zum Herunterladen


Datum und Uhrzeit : Mo, 23.01.2023
Ort : Hörsaal Zeughaus

 

– Dr. Hans von Suchodoletz, Leipzig –

 

„Geoarchäologische Untersuchungen im südlichen Kaukasus – Landschaftswandel und Desertifikation in einer spätbronzezeitlich/früheisenzeitlichen Siedlungskammer“

 

 

Durch ihre Lage zwischen dem fruchtbaren Halbmond Mesopotamiens und den eurasischen Steppen, nimmt die südliche Kaukasusregion eine besondere Stellung in der nahöstlichen Archäologie ein. Ebenso wie in benachbarten osttürkischen und nordwestiranischen Gebieten entstanden hier während der Spätbronze- bis Früheisenzeit ab vor ca. 3.500 Jahren zahlreiche permanente befestigte Siedlungen. Diese Zeit war durch eine zunehmende soziopolitische Hierarchie und Komplexität gekennzeichnet. Eine der während dieser Zeit besiedelten Regionen war die semiaride Shiraki-Hochebene in Ostgeorgien, welche ab ca. 3.200 Jahren durch eine intensive Siedlungstätigkeit mit teilweise stadtähnlichen Siedlungen gekennzeichnet war. Diese Siedlungsaktivität endete jedoch abrupt vor ca. 2.500 Jahren, und seit jener Zeit bis heute war die Region nur noch spärlich besiedelt.
Im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts haben wir auf Basis geomorphologischer, sedimentologischer, geochronologischer und paläoökologischer Daten die Landschaftsentwicklung der heute durch das völlige Fehlen permanenter Oberflächengewässer gekennzeichneten Shiraki-Hochebene rekonstruiert. Hierbei wollten wir zum einen die Umweltbedingungen der frühbronzezeitlich/früheisenzeitlichen Besiedlung rekonstruieren, und zum anderen Informationen über mögliche Auswirkungen dieser Besiedlung auf die seit jener Zeit stattgefundenen Desertifikationsprozesse erhalten. Mittels einer hydrologischen Modellierung war es außerdem möglich, Veränderungen der regionalen Wasserbilanz während der letzten Jahrtausende abzuschätzen, was Aussagen über mögliche klimatische und menschliche Ursachen erlaubt.

 

 

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Informationen für Lehrerinnen und Lehrer:

Die mit dem obigen GGG- Symbol  gekennzeichneten Vorträge sind vom Staatlichen Schulamt als Fortbildungsveranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer akkreditiert.
Teilnehmende LehrerInnen wenden sich bitte an die Abendkasse. Dort liegen Listen zum Eintrag des/r Teilnehmers/in, persönliche Adresse und Schulanschrift aus.
Zukünftig veranstaltet die Gießener Geographische Gesellschaft mehrere Vorträge je Sommer- und Wintersemester zu verschiedenen aktuellen geographischen Themen. Der Eintritt ist für GGG-Mitglieder frei und beträgt für Noch-Nicht-Mitglieder 3,- Euro, für Schulklassen – bitte vorher telefonisch anmelden – ist der Eintritt ebenfalls frei.